Ausgangssituation

Ausgangssituation

Fördertechnik und Lagersysteme sind die Leistungsträger des innerbetrieblichen Materialflusses. Die Steuerung des Materialflusses erfordert eine Identifikation von Gütern durch Mensch und Maschine. Die Güter werden zu diesem Zweck durch Informationsträger gekennzeichnet. Führt ein Gerät die Erkennung und Erfassung der Güter durch, spricht man von automatischer Identifikation, führt eine Person diese Aufgabe aus, spricht man von manueller Identifikation.

Die Funktionalität des Informationsträgers bestimmt die Einsatzmöglichkeiten des gesamten Identifikationssystems. Optische Kennzeichnungen wie Barcodes und 2D-Matrix Codes sind automatisch, jedoch nicht manuell lesbar. Daher werden Barcodes häufig mit für Personen lesbaren Etiketten kombiniert. Beide Kennzeichnungen sind nicht wiederbeschreibbar.

Im Vergleich dazu sind funkbasierte Kennzeichnungen wie RFID (Radio Frequency Identification) wiederbeschreibbar, jedoch nicht manuell lesbar. Die Wiederbeschreibbarkeit der Informationsträger ist eine entscheidende Motivation für den Einsatz von RFID. Da ein wiederbeschreibbarer RFID-Transponder nach der Anbringung am Objekt weitere Informationen aufnehmen kann, werden Nutzenpotenziale wie Rückverfolgbarkeit und höhere Datenverfügbarkeit durch dezentrale Datenhaltung realisiert. Die dezentrale Datenhaltung ermöglicht weiterhin dezentrale Materialflusssteuerungen und neuartige Fördertechnikkonzepte wie z. B. gekoppelte kleinskalige Transportmodule.

 

Funktionalität verschiedener Informationsträger

In Materialflusssystemen in der Intralogistik werden derzeit sowohl automatische wie auch manuelle Kennzeichnungen genutzt. Barcode und RFID können bereits heute durch gemeinsame Verwendung einer eindeutigen ID, z. B. nach ISO/IEC 15459, in „Hybridlösungen“ kombiniert werden. Die Verteilung der objektabhängigen Daten auf unterschiedliche Kennzeichnungen verursacht jedoch Medienbrüche in den Identifikationsprozessen, so ist z. B. der wiederbeschreibbare Teil der Daten nur funkbasiert (RFID) und nicht optisch (Barcode) erfassbar. Die genannten Vorteile einer wiederbeschreibbaren Kennzeichnung können daher nur durch parallele Barcode- und RFID-Infrastrukturen genutzt werden. Die parallele Nutzung der Technologien führt zu einem hohen Investitionsaufwand für die notwendigen Infrastrukturen. Daneben erhöht die notwendige Zusammenführung der Daten unterschiedlicher Systeme den Integrationsaufwand bei der Realisierung solcher „Hybridlösungen“.

Barcodes sind in der Intralogistik seit langem etabliert. Aufgrund ihrer weiten Verbreitung existieren in der Industrie eine gut ausgebaute Infrastruktur und eine breite Auswahl an notwendiger Hardware (z. B. Lesegeräte). Am Markt ist bislang kein einfach zu integrierendes Identifikationssystem verfügbar, dessen Informationsträger wiederbeschreibbar und mit den etablierten Barcode-Technologien kompatibel sind.